Hilfe und Beratung: wohin Sie sich wenden können
Die kostenfreie Beratung der Bundeszentrale
Für Fragen rund um das Glücksspiel unterhält die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine telefonische Beratung. Die Rufnummer lautet 0800 1 37 27 00, der Anruf ist kostenfrei, und er ist auf Wunsch anonym. Wer dort anruft, muss keine Diagnose mitbringen, keine Summe nennen und keinen Entschluss vorweisen.
Das ist der Punkt, an dem die meisten zögern. Viele glauben, eine Beratung sei erst dann an der Reihe, wenn ein bestimmter Punkt überschritten ist, und verschieben den Anruf, bis sich etwas dafür qualifiziert. Diese Hürde besteht nicht. Ein Gespräch über eine Unsicherheit ist ein zulässiger Anlass, und eine Rückfrage für jemand anderen ist es ebenfalls.
Auch die Richtung ist offen: der Anruf verpflichtet zu nichts. Er kann mit einer Einschätzung enden, mit einem Hinweis auf eine Stelle in Wohnortnähe oder einfach damit, dass ein Gedanke zum ersten Mal ausgesprochen wurde. Welche dieser drei Möglichkeiten eintritt, entscheiden Sie im Gespräch und nicht vorher.
Was ein erstes Gespräch leistet und was nicht
Nützlich ist, die Erwartung vorher zu kalibrieren. Ein erstes Gespräch ist eine Sortierung, keine Behandlung. Es klärt, worum es eigentlich geht, welche Fragen die drängenden sind und welche Art von Unterstützung dazu passt. Mehr soll es nicht leisten, und für den Anfang ist das viel.
Was es nicht leistet, lässt sich genauso knapp sagen. Es ist keine Rechtsauskunft über Ansprüche gegen einen Anbieter, keine Vermittlung von Geld und keine Stelle, die jemandem etwas verbietet. Wer mit einer dieser Erwartungen anruft, wird an die passende Adresse verwiesen — was auch ein Ergebnis ist, nur ein anderes als erhofft.
Hilfreich ist eine kurze Vorbereitung ohne Aufwand: ein Zettel mit zwei oder drei Sätzen darüber, was in den letzten Wochen anders war. Nicht als Beweis, sondern damit das Gespräch nicht bei null anfängt. Erfahrungsgemäß reicht ein einziger konkreter Vorgang, um eine Beratung in die richtige Richtung zu bringen.
Und ein Hinweis zum Zeitpunkt: der schlechteste Moment für einen Anruf ist der unmittelbare Ärger nach einem verlorenen Abend, weil dann die Scham das Gespräch führt. Der beste ist ein ruhiger Vormittag, an dem nichts drängt.
Anonym heißt tatsächlich ohne Namen
Die Zusage der Anonymität wird häufig für eine Höflichkeitsformel gehalten. Sie ist keine. Wer das möchte, nennt seinen Namen nicht, und das Gespräch findet trotzdem statt. Niemand verlangt eine Versichertennummer, und nichts wird einem Arbeitgeber, einer Familie oder einem Anbieter mitgeteilt.
Dieser Punkt ist für viele der entscheidende, und er betrifft nicht nur das Telefon. Beratungsstellen arbeiten unter Schweigepflicht; was dort gesagt wird, bleibt dort. Wer unsicher ist, kann diese Frage ganz zu Beginn stellen — sie gilt als vollkommen normale erste Frage und nicht als Misstrauen.
Getrennt davon zu betrachten ist, was bei einem Anbieter oder bei einer Behörde aktenkundig wird. Das sind andere Vorgänge mit anderen Regeln, und sie haben mit einem Beratungsgespräch nichts zu tun. Welche Daten beim Lesen dieser Seiten überhaupt anfallen, steht unter Datenschutz.
Welche Anlaufstellen daneben bestehen
Neben der telefonischen Beratung gibt es Einrichtungen vor Ort. Suchtberatungsstellen sind in Deutschland flächendeckend vorhanden und nehmen Anfragen zum Glücksspiel ebenso entgegen wie zu anderen Themen. Sie arbeiten mit Terminen, im Gespräch und über längere Zeiträume — also anders als ein einmaliger Anruf.
Eine zweite Form sind Selbsthilfegruppen. Dort sitzen Menschen, die denselben Weg gegangen sind, und für manche ist genau das der entscheidende Unterschied: niemand muss erklären, wie sich ein verlorener Abend anfühlt. Dritte Möglichkeit ist der Weg über die ärztliche oder psychotherapeutische Versorgung, der sich besonders dann anbietet, wenn weitere Beschwerden hinzukommen — Schlaflosigkeit etwa, oder eine gedrückte Stimmung, die bleibt.
Welche dieser Formen zu welchen Bedingungen offensteht, erfragen Sie am besten direkt bei der Stelle, die Sie ansprechen. Wir nennen hier bewusst keine Namen, Öffnungszeiten, Kosten oder Wartezeiten: solche Angaben ändern sich örtlich und wären als abgeschriebene Behauptung mehr Last als Hilfe.
Ein brauchbarer Einstieg ist deshalb oft der Anruf bei der kostenfreien Nummer mit einer einzigen Frage: welche Form passt zu meiner Lage, und wie finde ich sie in meiner Nähe. Diese Frage lässt sich in einem Satz stellen und beantworten.
Wenn zuerst das Geld drängt
Häufig ist es nicht das Spielen, das zuerst zum Handeln zwingt, sondern eine Rechnung. In dieser Lage hilft eine Reihenfolge: zuerst das Dringende sichern, dann das Grundsätzliche angehen. Beides gleichzeitig zu lösen misslingt meistens, und die Reihenfolge umzudrehen ebenso.
Für die Geldseite gibt es eine eigene Form von Beratung, die sich mit Verbindlichkeiten befasst. Sie ersetzt keine Suchtberatung und wird von ihr auch nicht ersetzt; die beiden arbeiten nebeneinander und oft miteinander. Wer eine Stelle anspricht, kann nach der anderen gleich mitfragen.
Wichtig ist ein Satz, der in solchen Lagen leicht untergeht: eine offene Rechnung ist ein Problem mit einem Verfahren, und Verfahren haben Schritte. Das Gefühl, es handle sich um eine ausweglose Summe, entsteht meist aus dem Alleinsein mit ihr und nicht aus ihrer Höhe. Mit einer dritten Person am Tisch verändert sich diese Wahrnehmung schnell.
Vom Versuch, verlorenes Geld durch weiteres Spielen zurückzuholen, sei an dieser Stelle ausdrücklich abgeraten. Es ist der häufigste Weg, aus einem begrenzten Schaden einen unbegrenzten zu machen, und er hat noch nie an einer Rechnung etwas verbessert.
Für Angehörige: ein Gespräch beginnen
Wer sich um eine andere Person sorgt, steht vor einer schwierigen Aufgabe: etwas ansprechen, ohne dass daraus ein Gericht wird. Was dabei regelmäßig misslingt, sind Vorwürfe, Rechnungen und Ultimaten. Was häufiger gelingt, ist eine Beobachtung in der ersten Person, verbunden mit einer Frage und einem offenen Ende.
Praktisch heißt das: nicht "du spielst zu viel", sondern eine Schilderung dessen, was Sie bemerkt haben, und danach die Frage, wie die andere Person das sieht. Ein solcher Einstieg lässt beiden einen Ausweg und macht ein zweites Gespräch wahrscheinlicher. Dass das erste nichts löst, ist dabei kein Scheitern, sondern der Normalfall.
Von einer Maßnahme ist abzuraten, die naheliegt und selten hilft: die Übernahme der Kontrolle über das Geld. Sie verschiebt den Konflikt, erzeugt Heimlichkeit und bindet Sie in eine Rolle, aus der schwer herauszukommen ist. Besser investiert ist dieselbe Energie in die Vorbereitung eines Weges, den die betroffene Person dann selbst gehen kann.
Beratung gibt es auch für Angehörige, und sie ist nicht die zweite Wahl. Ein eigenes Gespräch über die eigene Lage ist zulässig, selbst wenn die betroffene Person von allem nichts wissen will — und manchmal ist es der einzige Teil, der sich im Moment überhaupt bewegen lässt.
Wenn das Gespräch abgewehrt wird
Die häufigste Antwort auf einen ersten Versuch ist Abwehr, und sie kommt in wenigen Varianten: es sei alles im Rahmen, es sei bald wieder ausgeglichen, es gehe niemanden etwas an. Diese Sätze sind nicht als Lüge gemeint; sie sind der Versuch, ein Thema vom Tisch zu halten, das Angst macht.
Sinnvoll ist in dieser Lage weniger Beweisführung und mehr Geduld. Zahlen und Belege erzeugen Gegenwehr, eine ruhige Wiederholung derselben Sorge nach einigen Wochen erzeugt sie nicht. Zugleich lohnt es, die eigene Grenze klar zu benennen, ohne sie als Druckmittel zu verwenden: was Sie weiter tragen und was nicht, dürfen Sie sagen.
Was Sie dabei nicht in der Hand haben, ist der Entschluss der anderen Person. Ein Ausschluss vom Spiel lässt sich nicht für jemanden beantragen; wie dieses Verfahren aussieht und warum es an die betroffene Person gebunden ist, steht unter Spielersperre.
Bleibt es bei der Abwehr, ist der eigene Anruf bei der kostenfreien Nummer trotzdem nicht sinnlos. Dort geht es dann um Ihre Lage und um die Frage, wie Sie sich verhalten können, ohne sich selbst zu verschleißen.
Ein Schritt, der heute möglich ist
Wenn vieles gleichzeitig zu groß erscheint, hilft die Verkleinerung auf eine Handlung für heute. Nicht der ganze Weg, sondern ein Schritt, der sich in zehn Minuten erledigen lässt und der morgen noch gilt.
Das kann der Anruf unter 0800 1 37 27 00 sein. Das kann auch der Satz an eine Person Ihres Vertrauens sein, dass Sie über etwas sprechen wollen, ohne gleich zu sagen, worüber. Oder die Entscheidung, zunächst nur eine Woche lang aufzuschreiben, was tatsächlich geschieht — ohne Bewertung, nur als Notiz.
Welche Schutzmöglichkeiten im Umfeld des Spielkontos bestehen und wie sie sich zu einem Ausschluss verhalten, ist unter Verantwortungsvolles Spielen zusammengestellt. Dort steht auch, weshalb eine Obergrenze und ein Ausschluss zwei verschiedene Werkzeuge sind und nicht zwei Stärken desselben.
Zum Schluss der Satz, der über allem steht: wer unsicher ist, ob die eigene Lage für ein Gespräch ausreicht, hat damit schon den Anlass. Die Beratung kostet nichts, verlangt keinen Namen und endet, wann Sie es möchten.
Von der Redaktion nachgelesen · Stand 29.10.2026. Rechtliche Angaben folgen dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 und den Veröffentlichungen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Angaben zu Angeboten einzelner Betreiber geben deren eigene Darstellung wieder.
Nachgelesen am 29.10.2026 · 18+ · Verantwortungsvolles Spielen